Unsere Welt verändert sich, schneller und gründlicher als das viele fassen können. In Asien herrscht ein schwindelerregendes Wachstum, in Nahost wird ein Krieg nach dem anderen geführt, in der muslimischen Welt beginnt ein Kulturkampf gegen den Westen, Amerika und Europa leben sich auseinander. Unsere Kinder und Enkel werden die ersten sein, die in dieser neuen Welt überleben müssen.
Überzeugend beschreibt Busse, wie die Großmächte China, Indien und Russland, aber auch Japan, die Asean-Staaten oder Brasilien ihren Platz im internationalen Geschehen einfordern und beginnen, Amerika und Europa auf zentralen Feldern Konkurrenz zu machen: Sie rüsten auf, verschaffen sich Zugang zu strategisch wichtigen Rohstoffen und Märkten, stellen die westliche Agenda vom Klimaschutz bis zu den Menschenrechten in Frage.
Die Antwort darauf, das macht Busse deutlich, kann nicht der Rückzug in die Wagenburg sein. Der Westen muss für seine Interessen und Werte kämpfen, notfalls mit militärischer Gewalt. Vor allem Europa muss seine Stimme und sein Gewicht stärker ins neue Weltkonzert einbringen. In einer Zeit, in der die Spielregeln der Weltpolitik neu geschrieben werden, ist Busses Plädoyer für ein offensives, selbstbewusstes Agieren der westlichen Gemeinschaft von höchster Aktualität.

Nikolas Busse
Sachbuch
Propyläen Verlag 2009
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